Deutschland ist ein Athlet – Vom Medienevent zur kulturellen Identität

Flyer IDD A6 1 Entwurf front final13.10. | 20:00 | Nordpol

In einer durch mediale Berichterstattung geprägten öffentlichen Debatte nehmen Großveranstaltungen eine besondere Rolle ein. Immer wieder sind sie Anlass, den Fokus der Berichte auf eine bestimmte Region der Welt zu lenken. So sind Olympische Spiele oder Fußball-Welt- und Europameisterschaften eine willkommene Gelegenheit, sich mit den Orten, an denen diese ausgerichtet werden, zu beschäftigen. Die Reportagen und Berichte vermitteln so zwar Informationen über die jeweiligen Regionen, sind darüber hinaus aber auch in einen Prozess der Identitätsbildung eingebunden: Die Beschreibung des Fremden ist ein wesentlicher Bestandteil der eigenen Identitätsfindung.

Im Vortrag wird ebendieser Zusammenhang zwischen Großveranstaltungen, ihrer medialen Aufbereitung und der Aushandlung einer „deutschen“ oder „europäischen“ Identität näher beleuchtet und anhand von Beispielen verdeutlicht.

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08.09. „Wie Lämmer zur Schlachtbank“? Jüdischer Widerstand gegen den Nationalsozialismus

Photo of the Bielski family and friends08.09.2016 | 20:00 | Nordpol

„Sie haben sich wie Lämmer zur Schlachtbank treiben lassen!“: So oder ähnlich konnte man  es an deutschen Stammtischen viele Jahrzehnte lang hören. Eine perfide These, die insbesondere den jüdischen Opfern der NS-Vernichtungsmaschinerie Passivität angesichts des Todes, wenn nicht sogar eine Mitschuld an ihrem Schicksal unterstellt. Ganz im Gegenteil haben sich jüdische Menschen, wenn es irgendwie möglich war, gegen den NS-Terror gewehrt.

Der Vortrag bietet einen Überblick über den jüdischen Widerstand: Von mutigen Einzelkämpfer_innen, organisierten Widerstandsgruppen, kompletten Militäreinheiten und  Partisan_innenverbänden bis hin zu Aufständen in Konzentrations- und Vernichtungslagern wird die Bandbreite des jüdischen Antifaschismus vorgestellt. Zudem wird die Frage erörtert, was eigentlich Widerstand während des NS-Regimes bedeutete und welche realen Spielräume für Nazi-Gegner_innen vorhanden waren.

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11.08.: Antifa Café x Küfa x Kaltgetränke

her_mit_dem_schoenen_leben21.07.2016 | 20:00 | Nordpol

Sommerpause mit kalten Getränken
und Linsensuppe

Tach zusammen,

wir machen sowas wie Sommerpause. Also stellen wir die Stühle vom Pol raus und mixen ’n paar Drinks. Außerdem kochen wir, es wird ’ne super Linsensuppe geben. Inhaltlich gibt es diesmal einfach gute Musik.
Kommt rum, trinkt und esst etwas für den guten Zweck.

Es wird mindestens Berliner Luft und Getränke à la carte geben.

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21.07.: Antifaschistischer Kino-Abend mit „Diaz – Don’t Clean Up This Blood“

Diaz_dont_clean_up_this_blood21.07.2016 | 20:00 | Nordpol

Achtung: Diesen Monat eine Woche später als gewohnt!

Genua, Juli 2001: Beim G8-Gipfel treffen sich die größten Industrienationen der Welt unter massiven Protesten von Globalisierungsgegner*innen. Als der Gipfel beinahe vorüber ist, während dem der Demonstrant Carlo Giuliani erschossen wurde, übernachten Demonstrant*innen, Medienvertreter*innen und zufällige Besucher*innen der Diaz-Schule. Die Polizei beschließt, ein Exempel an den vermeintlich Autonomen zu statuieren: Kurz nach Mitternacht des 22. Juli stürmt die Polizei das Gebäude und prügelt zwei Stunden lang auf alle Menschen darin ein.
Die Stunden bis zu diesem Gewaltausbruch und die Frage, wie es danach für die Demonstrierenden und die Täter*innen weiterging, zeigt der Film „Diaz – Don’t Clean Up This Blood“ aus verschiedenen Blickwinkeln. Dabei stützt er sich auf Gespräche mit Betroffenen und Akten des Prozesses gegen die beteiligten Polizist*innen, die sich über elf Jahre hinzogen.

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Noize, booze and revolution: Geschlechterverhältnisse in der DIY-Punkszene

Flyer IDD A6 1 Entwurf front finalDie Do-It-Yourself-Punkszene ist stilistisch von Metal, Punk und Hardcore geprägt, positioniert sich fernab ökonomischer Verwertung und massentauglicher Ästhetik und ist untrennbar mit der linken Szene in Deutschland verbunden. Inhaltlich dominiert die Kritik an Macht- und Herrschaftsverhältnissen. Dies schließt die Vermittlung feministischer Positionen ein. Zugleich wird der szenische Aktivismus stark von Männern und Männlichkeit(en) dominiert. Ein Paradox?

Auf Grundlage einer ethnografischen Feldforschung und sozialwissenschaftlicher Beiträge wird beleuchtet, wie Geschlecht performativ hergestellt und männliche Dominanz ineiner für Egalität und Freiräume kämpfenden Szene stabilisiert wird. Forderungen nach Egalität besitzen, so die Argumentation, lediglich symbolische Wirkung und können sogar zur Legitimation bestehender Ungleichheiten genutzt werden. Die Benachteiligung von Frauen und die Verdrängung von Weiblichkeit an die Peripherien scheint der Szene tief eingeschrieben.

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Einführung in die Staatskritik

Flyer IDD A6 1 Entwurf front finalIn der Linken gehen die Interpretationen über den Staat weit auseinander: für die einen ist er der Garant des Allgemeinwohls, anderen gilt er als das Instrument der kapitalistischen Klassenherrschaft und wieder andere sehen in ihm das Terrain sozialer Kämpfe. Mit dem Seminar wird eine Einführung in die verschiedenen Ansätze materialistischer Staatstheorie geboten. Dabei werden die zentralen Thesen marxistischer Theorie zum Begriff des Staates präsentiert: die instrumentelle Staatstheorie bei Lenin (Staat als Instrument der herrschenden Klasse), hegemonietheoretische Analysen des Staates bei Gramsci, Althusser und Poulantzas (Staat als materielle Verdichtung von Kräfteverhältnissen) sowie die Überlegungen von Paschukanis über das Verhältnis von Warenform, Rechtsform und Staatsform und die daran anknüpfende Staatsableitungsdebatte.

Moritz Zeiler ist Historiker, Politikwissenschaftler und Mitherausgeber von Staatsfragen. Einführungen in materialistische Staatskritik, rls papers, Berlin 2009.

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Straßenkämpfer und Vollzeit-Mütter? Männlichkeit(en) und Weiblichkeit(en) in der Neonaziszene

Flyer IDD A6 1 Entwurf front final 14.04.2016 | 20:00 | Nordpol

„Männliche Neonazis treten als Straßenkämpfer auf, halten Reden, übernehmen Ämter und begehen Gewalttaten, weibliche Neonazis sind für Kindererziehung und Familie zuständig, backen Kuchen, dürfen auch mal von Plakaten lächeln, halten sich ansonsten aber im Hintergrund und haben erst recht nichts zu sagen: Derartige Bilder über Frauen und Männer in der Neonazi-Szene sind weit verbreitet.

Wirft man jedoch einen genaueren Blick auf die Szene, wird schnell klar, dass die „Aufgabenverteilung“ längst nicht (mehr) so eindeutig ist. Frauen- wie auch Männerbilder haben sich ausdifferenziert, wenn auch biologistische Zuschreibungen weiterhin bestimmend sind.

Der Vortrag gibt einen Überblick über verschiedene Rollenbilder und das Verständnis von „Weiblichkeit“ und „Männlichkeit“, Veränderungsprozesse werden aufgezeigt und daraus entstehende Konfliktlinien beschrieben. Wie gehen Männer in der Neonazi-Szene mit selbstbewusst agierenden Frauen um? Wie vereinbaren Frauen öffentliches politisches Engagement mit den Ansprüchen, die an sie als „Erhalterinnen des Volkes“ gestellt werden? Und wie wirken sich gesamtgesellschaftliche Veränderungen im Geschlechterverhältnis auf die Szene aus? Wie werden entsprechende Debatten und Praxen rezipiert? Auch die AfD hat sich dem Kampf gegen den “Genderismus” verschrieben Welchen Einfluss haben solche Positionierungen auf die Szene? Diese und andere Fragen werden von der Referentin aufgegriffen und bieten Ansätze für weitere Diskussionen im Anschluss an den Vortrag.“

Referentin: Chris Ritter

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Girls don’t play games

Duke Nuken Flyer10.03.2016 | 20:00 | Nordpol

“Girls don’t play games” ist ein Mantra, das eindeutig überholt erscheint, wenn man einen Blick in Wohnzimmer, auf aktuelle Statistiken und die zunehmend vielfältige Klientel internationaler Spielemessen wirft. Dennoch hält sich die Vorstellung des Mediums Spiel als Männerdomäne beharrlich, gerade in der dahinterstehenden Industrie. In Folge begegnet man dort bis heute traditionellen Geschlechterrollen – von der Jungfrau in Nöten bis zur schwerbewaffneten Testosteronbombe – und einer ästhetischen Inszenierung von Weiblichkeit.

Warum das so ist und welche Konsequenzen damit einhergehen, soll dieser Vortrag veranschaulichen. Ferner wird erläutert, inwiefern diese Rollenvorstellungen und Marketingmechanismen Einfluss auf den Alltag jener nehmen, die sich privat oder professionell mit Spielen auseinandersetzen: Gerade der Hashtag #GamerGate und die sich dahinter formierende Bewegung zeigten im vergangenen Jahr deutlich, wie schnell Kritik am Medium Aggressionen schürt und dass sich diese im besonderen Maße gegen jene richtet, die nicht dem Typus des weißen, heterosexuellen, männlichen Gamers entsprechen.

Nina Kiel lebt und arbeitet als freischaffende Illustratorin und Spielejournalistin in Düsseldorf. 2014 veröffentlichte sie ihr Buch “Gender In Games” im Hamburger Wissenschaftsverlag Dr. Kovac. Aktuell forscht sie zum Thema Sex in Spielen und betreibt eine Kolumne mit diesem Themenschwerpunkt auf Superlevel.de.

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Flucht und Ankunft

Header_Nordpol_Flyer_cmyk11.02.2016 | 20:00 | Nordpol

Aktuell prägen die Flucht und Aufnahme von geflüchteten Menschen in Deutschland die Medien und private Gespräche. Die Meinungen hierzu, teilweise geprägt durch Fehlinformationen, Vorurteilen und Ressentiments, gehen dabei weit auseinander und spiegeln die Spannungen innerhalb der Gesellschaft wieder. Vielfach sind die Gründe, die Menschen bewegen die Strapazen einer Flucht auf sich zu nehmen nicht bekannt, ebenso wenig ihre Fluchtwege. Im Rahmen des Vortrages sollen eben diese Themen aufgegriffen und mit Berichten, Interviews und Karten verständlicher gemacht werden.

Leider werden aktuell Rassismus, Vorurteile und Gewalt innerhalb der Gesellschaft präsenter. Diese Entwicklung lässt sich auf ein Zusammenwirken zwischen gesellschaftlichen, rechtlichen und politischen Verhältnissen zurückführen, welches auch geflüchteten Menschen die Ankunft und das Leben in Deutschland oftmals schwer macht.

Jedoch gibt es noch immer Menschen und Gruppen in Deutschland, welche helfen wollen und den zufluchtsuchenden Menschen Unterstützung anbieten. Doch wie ist das möglich? Was muss dabei beachtet werden? Und wo gibt es weitere Informationen? Diesen Fragen wird im letzten Teil des Vortrages nachgegangen. Im Anschluss findet noch eine offene Runde für Fragen, Kritik und Anmerkungen statt.

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„Die Rebellische Würde“ – Der Aufstand der Zapatistas in Chiapas, Mexiko

14.01.2016 | 20:00 | Nordpol

Wir beginnen das Neue Jahr mit einem Blick nach Südamerika. Seit 22 Jahren ist in Mexiko die EZLN aktiv. In dieser Zeit hat sie weit über den Ort ihrer Rebellion, das Mexikanische Chiapas, hinaus Einfluss auf Diskussion in der Linken, auch und gerade in Europa gehabt. Ein Referent der Gruppe B.A.S.T.A. Münster wird über die Entstehung, das wirken bis heute und eben diese Einflüsse berichten. Im Anschluss laden wir euch ein, mit uns bei guter Musik und Gin Tonic den Abend ausklingen zu lassen.

Hier der Ankündigungstext: Weiterlesen

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