12.10.2017: Andrea Röpke über die “Mädelssache” – Frauen in der Neonazi-Szene

12.10.2017 | 20:00 Uhr | Nordpol

Seit Jahren treten Frauen in der männerdominierten Neonazi-Bewegung zunehmend selbstbewusst auf. Sie kandidieren für die NPD, organisieren Demonstrationen und kümmern sich um die Erziehung des rechten Nachwuchses. Gleichzeitig versuchen sie, rechte Politik unter dem Deckmantel von sozialen Themen wie Naturheilkunde, Ökologie, Kindergeld und Hartz IV auf kommunaler Ebene durchzusetzen.

Andrea Röpke ist Journalistin und publiziert seit über 20 Jahren zur extremen Rechten. Sie gibt einen Inneneinblick in die „Mädelssache“ in der Neonazi-Bewegung und spricht über das Engagement völkischer Sippen in Vereinen und Elternbeiräten, über die fehlenden Reaktionen von Politik und Verfassungsschutz und geht auf die regionalen Besonderheiten in NRW ein.

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14.09.2017 Die „Identitäre Bewegung“ – Inszenierter Aktivismus der „Neuen Rechten“

14.09.2017 | 20:00 | Nordpol

Seitdem die „Identitären“ Ende 2012 erstmals in Deutschland aufgetaucht sind, hat sich ihr Auftreten professionalisiert. Nach und nach wurden Strukturen aufgebaut. Seit drei Jahren ist die „Identitäre Bewegung Deutschland e.V.“ im Vereinsregister in Paderborn eingetragen. Die Gruppierung wird seit dem Sommer 2016 aufgrund ihrer medienwirksam inszenierten Aktionen verstärkt auch in der breiten Öffentlichkeit wahrgenommen. Die „Identitäre Bewegung“ begreift sich als „aktivistische Avantgarde“ der sogenannten Neuen Rechten, zeichnet von sich das Bild einer zeitgemäßen rechten Jugendbewegung und will nicht mit Neonazis verwechselt werden. Personell und ideologisch bestehen dennoch starke Überschneidungen mit altbekannten Gruppierungen und Akteuren der extremen Rechten. Die Veranstaltung setzt sich zum einen mit der Ideologie und den Strukturen, zum anderen mit der (medialen) Selbstinszenierung der „Identitären Bewegung“ auseinander. Als zentraler Diskussionspunkt bietet sich der Umgang mit dieser extrem rechten Erscheinungsform an.

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LUTHER AUF DAS MAUL schauen. Revolution & Reformation in Mitteleuropa

13.07.2017 | 20:00 | Nordpol

Wo stand Luther, als vor 500 Jahren in weiten Teilen Europas die Feudalordnung revolutionär erschüttert wurde? Wen feuerte er an, als fast im gesamten deutschsprachigen Raum ein „Bauernkrieg“ gegen Kaiser, Fürsten, Kirche und Fugger tobte? Hatte Luther nicht zunächst aber den einfachen Leuten den Haupttext ihrer ideologischen Beherrschung erstmals verständlich in die Hand gegeben? Wie kommt es, daß von den damaligen Geschehnissen vor allem Luthers Thesenanschlag zu Wittenberg im Gedächtnis blieb, von den damaligen Klassenspaltungen und erbitterten Kämpfen fast nur die Erinnerung an religiöse Schismen und ihre heutigen konfessionellen Entsprechungen?

Der Autor, Musiker und ehemalige Theologiestudent Daniel Kulla möchte einen Überblick über die damalige Zeit und Luthers Position darin geben. Es wird um die Krise des Feudalismus gehen, um Luthers Rolle als Anstifter und dann Konterrevolutionär, um seine damit einhergehenden Feinderklärungen gegen Bauern, Juden, Türken und das Bier, um die Nachwirkung auf Fürstenherrschaft, Untertanen-Protestantismus und antisemitische Tradition, schließlich um die ständige Gefahr des Aufgreifens eines zurechtgemachten Luther durch nationalistische Bewegungen.

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11.05.2017: Wenn Wahlen was ändern würden, dann wären sie verboten?! Ein Diskussionsabend zum Thema „wählen gehen“

11.05.2017 | 20:00 | Nordpol

Im Jahr 2017 stehen Wahlen zum nordrhein-westfälischen Landtag und zum Bundestag an. Im vergangenen Jahr konnte die AfD in verschiedene Landesparlamente einziehen und auch in aktuellen Umfragen verzeichnet sie zweistellige Werte. Grund genug für Antifaschist*innen, sich mit der AfD und den anstehenden Wahlkämpfen zu beschäftigen.

Dass die AfD auf allen Ebenen bekämpft werden muss, ist völlig klar. Aber wie gehen wir ganz grundsätzlich mit Wahlen um: Sollten radikale Linke sich an Wahlen beteiligen? Alle vier Jahre ein Kreuzchen auf einem Zettel zu machen, hat ja mit linksradikaler Politik erstmal nicht viel zu tun. Kann es trotzdem aus realpolitischen Überlegungen sinnvoll sein, wählen zu gehen? Ist es nicht eine gute Sache, wenn in den Parlamenten ein paar Menschen sitzen, die für linke Themen ansprechbar sind, linke Inhalte in parlametarische Debatten hineintragen und mithilfe von „kleinen Anfragen“ bei dem ein oder anderen Thema kritisch nachfragen? Andererseits: Unsere Vorstellung von gemeinsamer Entscheidungsfindung in einer Gesellschaft sieht sicherlich ganz anders aus, als Berufspolitiker*innen darüber entscheiden zu lassen, was gut für uns ist. Unterstützen und legitimieren wir mit der Teilnahme an Wahlen nicht ein politisches System, das meilenweit von dem entfernt ist, was wir uns wünschen? Und ist das nicht Mist? Können Parlamentarier*innen überhaupt über Grundsätzliches entscheiden, wenn sie immer wieder an sogenannte „Sachzwänge“ und/oder die „Gesetze des Marktes“ gebunden sind? Können Demokratie, Wahlen und Parlamente Teil einer Lösung sein? Wie? Oder sind sie Teil des Problems? Sind Wahlen ein guter Anfang, gehen aber nicht weit genug? Was ist mit Wahlen möglich und was nicht?

Über diese Fragen möchten wir beim Antifacafé mit Euch ins Gespräch kommen. Nach einem kurzen Input möchten wir mit allen Interessierten diskutieren: Wie halten wir es mit den Wahlen?

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13.04.2017: Extrem rechte Wahlparteien und ihr Umfeld in NRW. Ein Überblick im Vorfeld der NRW-Landtagswahlen.

13.04.2017 | 20:00 | Nordpol

Update: Freitag ist frei, wir machen ein‘ drauf. Nach dem Vortrag gibt es Cocktails und Musik, die Einnahmen gehen an von rechter Gewalt Betroffene.

Obwohl sie aktuell im Schatten der AfD stehen, die nach Umfragen mit über 10 Prozent in den Landtag einziehen könnte, sind natürlich auch weniger erfolgreiche Rechtsaußenparteien weiterhin aktiv: „pro NRW“, “pro Deutschland”, “Die Republikaner”, NPD, die in NRW aus den neonazistischen “Freien Kameradschaften” entstandene “Die Rechte” und andere. Die meisten von ihnen werden zu den NRW-Landtagswahlen antreten – in Konkurrenz zur AfD.

Wie handlungsfähig sind diese Parteien und was unterscheidet sie voneinander? In welchen NRW-Kommunen sind sie überhaupt und  in welcher Form aktiv? Welches Umfeld haben sie und wie ist ihr Verhältnis zu Rechtsaußenbewegungen wie beispielsweise PEgIdA – und zur AfD? Der Vortrag wird einen Überblick über die Entwicklung in NRW geben.

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02.03.2017: Anleitung gegen den Rechtsruck – Argumente gegen AfD und Co

Antifacafe02.03.2017 | 20:00 | Nordpol

In der Partei „Alternative für Deutschland“ (AfD) sammeln sich die Kräfte, die mehr gruppenbezogene Ungleichheit herstellen wollen: Neoliberalismus, christlicher Fundamentalismus, völkischer Nationalismus. Im Vortrag wird Soziologe und Publizist Andreas Kemper auf die Ideologien und Netzwerke der AfD eingehen, so wie auf die Frage, wie gegen die AfD argumentiert werden kann, wenn doch den Bewegungen von Pegida über AfD bis zu den Trump-Unterstützer*innen mit sachlichen Argumenten kaum beizukommen ist.

Nach dem Vortrag besteht die Möglichkeit zur Diskussion.

Hinweis: Der Vortrag findet anders als üblich am 1. Donnerstag des März, dem 2.3., statt.

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08.06.2017 (Nachholtermin): Antisemitismus im Feminismus? Ein Vortrag von Merle Stöver

08.06.2017 | 20:00 | Nordpol

Nachholtermin. Nachdem wir den Vortrag im Februar wegen einer Erkrankung der Referentin absagen mussten, freuen wir uns, Merle Stöver am 8. Juni im Antifacafe zu begrüßen.

Feminismus stellt eine gesellschaftliche Notwendigkeit dar und muss immer Teil einer Gesellschaftsanalyse- und Kritik sein. Doch mit Blick auf gesellschaftliche Missstände sehen wir das Fortleben antisemitischer Ideologie, die weder vor linken Kontexten noch vor feministischen Gruppierungen und ihren Gesellschaftstheorien Halt macht. Daher gilt es, die Frage, ob es unter Feminist*innen bzw. im Feminismus Antisemitismus gibt, näher zu untersuchen. Dafür soll sowohl ein historischer Abriss der deutschen Frauen*bewegungen bzw. der feministischen Debatten gegeben werden, es wird der Blick auf aktuelle feministische „Ikonen“ und neue feministische Bündnisse und Theorien gelenkt um anschließend die Frage zu besprechen, ob es Parallelen und strukturelle Gemeinsamkeiten zwischen antisemitischer Ideologie und feministischen Theorien gibt.

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08.12.: Überraschungsfilm

Flyer IDD A6 1 Entwurf front finalDas Jahr 2016 ist fast um, und auch das Antifacafe öffnet am 8. Dezember zum letzten Mal in diesem Jahr seine Pforten.

Statt eines Vortrags gibt es einen Überraschungsfilm. Wie immer ab 20:00 Uhr, es gibt Popcorn satt, Glühwein und Punsch und damit es nicht zu spannend wird eine theoretische Einordnung des Films durch den AK Cineastik und Materialismus

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10.11.2016: NS-Täter/innen vor Gericht: Der Umgang mit NS-Verbrechen in der BRD

Flyer IDD A6 1 Entwurf front final10.11. | 20:00 | Nordpol

Es ist ein Wettlauf gegen die Zeit, eigentlich sogar ein Rennen gegen den Tod: Seit August 2016 ermitteln deutsche Staatsanwaltschaften gegen vier Männer und vier Frauen, die im Konzentrationslager Stutthof bei
Danzig tätig waren. Die Männer waren als Wachpersonal eingesetzt, die Frauen arbeiteten als Schreibkraft oder Telefonistin im Büro. Die Beschuldigten sind mittlerweile zwischen 89 und 98 Jahren alt, und es ist fraglich, wann die Prozesse eröffnet werden können. Weitere Ermittlungen laufen gegen ehemaliges Personal der Konzentrationslager Auschwitz und Majdanek, Vorermittlungen betreffen derzeit auch die Lager Bergen-Belsen und Neuengamme. Schlagzeilen machte im letzten Jahr die Verurteilung von Oskar Gröning, dem “Buchhalter von Auschwitz” wegen Beihilfe zum Mord in 300.000 Fällen. Im Juni wurde der frühere SS-Wachmann Reinhold Hanning vor dem Landgericht Detmold zu fünf Jahren Haft verurteilt.

Warum ist das Thema NS-Verbrechen über 70 Jahre nach Ende des Nationalsozialismus noch so aktuell? Wie kann es sein, dass jetzt erst, gegen Greise, ermittelt wird? Und was bedeuten diese späten, vielleicht viel zu späten Prozesse für die Angehörigen der Opfer, aber auch für die Erinnerungspolitik und -kultur in der BRD?

Ein Vortrag zur juristischen Aufarbeitung der NS-Verbrechen in der BRD am „Ende der Zeitzeugenschaft“.

Referentin: Sabine Reimann (Historikerin und Referentin des Antirassistischen Bildungsforums Rheinland)“

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Vortrag: Kein rechter Terror nach dem NSU?

Einblicke ins Nazi-Netzwerk der Gegenwart und seinen Aufmarsch in Remagen Vortrag & Diskussion von und mit dem Bündnis „NS Verherrlichung stoppen!“

Eine Veranstaltung in Kooperation mit dem Forum gegen Rassismus Campus Dortmund
26.10.2016 | 16 Uhr | TU Dortmund, Haus Dörstelmann
26.10.2016 | 19 Uhr | Nordpol

Iremagen_frontsmail Yozgat verlor am 6. April 2006 seinen Sohn. Er starb in seinen Armen – hingerichtet durch ein rechtes Killerkommando. Im Februar 2012 sagte er in Gegenwart von Bundeskanzlerin Angela Merkel: „Unser Vertrauen in die deutsche Justiz ist groß“. Er hat nicht aufgegeben – bis heute.

Der NSU Prozess neigt sich dem Ende zu, aber es gibt mehr Fragen als Antworten. Außer der Bundesanwaltschaft glaubt kein Mensch mehr daran, dass der NSU aus nur 3 Täter*innen bestand. Vielmehr zeigt sich, dass es sich beim NSU um ein Nazi-Netzwerk mit klandestinen Kleingruppen nach Vorbild von Blood and Honour handelt. Lange haben die Nazis über das Konzept des führerlosen Widerstands geschwafelt. Dann setzten sie es menschenverachtend und brutal um, und das mit Rückendeckung der Geheimdienste, mindestens unkontrolliert von der Politik und ungehindert durch die Polizei.

Gruppierungen wie das Aktionsbüro Mittelrhein oder der Nationale Widerstand Dortmund sind zwar immer wieder verboten worden, aber sie gründen kurze Zeit später neue: die Parteien Der Dritte Weg oder Die Rechte sind nur zwei Beispiele. Andere genießen den Kadaverschutz der NPD.

Während der letzten 10 Jahre organisierten genau diese Gruppen einen jährlichen Aufmarsch in Remagen. Sie trauern um deutsche Täter und verhöhnen die Opfer des Nationalsozialismus. Auch sie diskutieren – wie der NSU – über den führerlosen Widerstand und haben eine ähnliche Praxis. Genau diese Akteur*innen des organisierten Rechtsterrorismus wollen am 12. November wieder in Remagen aufmarschieren. Das Bündnis „NS Verherrlichung stoppen!“ organisiert auch für dieses Jahr wieder Gegenproteste.

Diese Veranstaltung hat das Ziel, Rechtsterrorismus zu benennen und die antifaschistischen Proteste in Remagen zu bewerben.

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