Der Tod ist ein Meister aus Deutschland – Die Rolle der deutschen chemischen Industrie im 1. und 2. Weltkrieg

10.05.2018 | 20:00 | Nordpol

Prozesse wie der Haber-Bosch-Prozess zur Herstellung von Ammoniak (auch heute noch einer der wichtigsten chemischen Prozesse) waren Meilensteine der Wissenschaft, allerdings ermöglichten diese Prozesse mörderische Kriege unter häufig unrühmlicher Beteiligung ihrer Erfinder. Der Vortrag soll die wissenschaftlichen Fortschritte dieser Zeit in ihren jeweiligen politischen Kontext einordnen und einen Einblick in die engen Kontakte zwischen der chemischen Industrie und den unterschiedlichen deutschen Machthabern geben. Welche Verbindungen gibt es zwischen Giftgaseinsätzen, Zwangsarbeit und dem Holocaust zu Konzernen, deren Namen auch heute jede*r kennt? Neben der im Vortrag schwerpunktmäßigen behandelten enormen Bedeutung und Schuld der chemischen Industrie an den Katastrophen und Verbrechen in der ersten Hälfte des 20. Jahrhunderts, soll die Aufarbeitung und der Umgang der Konzerne mit ihrem Erbe betrachtet werden, sowie die Verantwortung und Konzepte der Wissenschaft gegenüber ihrer eigenen zerstörerischen Kraft diskutiert werden.

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12.04.2018 Letze Infos gegen den Naziaufmarsch

12.04.2018 | 20:00 | Nordpol

Am 14. April wollen Neonazis in Dortmund Aufmarschieren. Wir nutzen das Antifacafe zwei Tage vorher, um den Organistor_innen der Gegenproteste Gelegenheit zu bieten, ihre Aktionen vorzustellen und euch mit letzten Infos zu versorgen.

Wer sich schon jetzt schlau machen will, guckt bei:

dortmund.blogsport.de
www.blockado.info

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8.März – Internationaler Frauenkampftag: Film & Party!

08.03.2018 | 20:00 | Nordpol

Im diesen Monat fällt das Antifa-Café auf den Frauenkampftag. Dieser Tag hat eine lange historische Geschichte und enstand in einer Zeit, in der Frauen* im deutschsprachigen Raum noch deutlich weniger Rechte hatten als heute. Beispielsweise keine Wahlberechtigung.
Mittlerweile steht der Internationale Frauenkampftag weltweilt für Frauen*rechte und eine emanzipatorische Gesellschaft. Alle bisherigen Erfolge und auch alle aktuellen Kämpfe wollen wir mit euch zusammen bei unserem Antifa-Cafe im März feiern!

Zunächst möchten wir mit euch gemeinsam den Film “Miss Representation” anschauen. In dem Film geht es um die mediale Darstellung von Frauen* und ihre gesellschaftlichen, politschen und persönlichen Folgen. Weiterhin werden die Auswirkungen dieser Darstellung auf alle Geschlechter behandelt. Der Film wird auf Englisch mit deutschen Untertiteln abgespielt.

Ab ca. 22 Uhr wollen wir dann endlich anfangen zu feiern! Auch wenn es noch einiges in Richtung emanzipatorische Gesellschaft zu tun gibt, wessen ihr euch nach diesem Film sicherlich nochmal akutell bewusst seit, gibt es schon große Erfolge zu verzeichnen! Auch aktuelle aktive femnistische und emanzipatorische Projekte und Bewegungen, die dazu beitragen möchten, dass sich die Verhältnisse verbessern sind ein guter Grund, mal eine Party zu schmeißen und ausgelassen zu feiern!
Musikalisch werden wir euch sowohl mit explizit feministischer Musik und vorwiegend Musik mit weiblichen* Künstler*innen unterhalten, als auch mit weiterer thematisch passender Musik. Zusätzlich sorgen wir dafür, dass ihr beim ausgelassen feiern, den ein oder anderen Cocktail mit oder ohne Alkhol schlürfen könnt ;)

 

 

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08.02.2018: „Größtmögliche Aufklärung“? Der NSU-Komplex und Nordrhein-Westfalen

08.02.2018 | 20:00 | Nordpol

In seinem Bekennervideo erklärt der „Nationalsozialistische Untergrund“ (NSU) sich für zu drei Anschläge den NRW verantwortlich: für die Bombenexplosion im Januar 2001 in einem Lebensmittelgeschäft in der Kölner Probsteigasse, bei der eine junge Frau schwer verletzt wurde; für den Nagelbomben-Anschlag, der im Juni 2004 in der Kölner Keupstraße 22 Menschen verletzte; und für die Ermordnung von Mehmet Kubaşık im April 2006 in Dortmund. Neben dem Strafprozess vor dem Oberlandesgericht München haben sich mittlerweile 13 Parlamentarische Untersuchungsausschüsse mit diesen und den weiteren dem NSU zugeschriebenen Taten beschäftigt. Das Wissen über den NSU-Komplex hat sich stark vergrößert, aber noch immer sind zahlreiche Fragen, beispielsweise zur Auswahl der Mordopfer oder zur Unterstützung durch lokaler Helfer in den Tatortstädten, offen. Dies liegt u.a. daran, dass sich Bundesanwaltschaft früh auf die These eines abgeschotteten Trios festgelegt hat, was die Ermittlungen nach dem 4. November 2011 beeinträchtigt hat. Zugleich verweigern sich die Verfassungsschutzbehörden seit Beginn der NSU-Selbstenttarnung der Aufklärung des Komplexes, in dem sie Akten vernichten ließen, Einfluss auf die Ermittlungen nahmen und die Untersuchungsausschüsse nur lückenhaft informierten.

Der Referent Hendrik Puls ist Soziologe und war als wissenschaftlicher Mitarbeiter der Fraktion „Bündnis 90/Die Grünen“ zuständig für den NSU-Untersuchungsausschuss des nordrhein-westfälischen Landtags, der im April 2017 seinen Schlussbericht veröffentlichte. Er wird, gestützt auf die Erkenntnisse des Untersuchungsausschusses sowie des Münchener Prozesses, den neusten Erkenntnisstand zu den Taten des NSU in Nordrhein-Westfalen darstellen und offene Fragen benennen. Dabei wird er ein besonderes Augenmerk auf die Ermittlungen zum Mord an Mehmet Kubaşık und auf Hinweise auf mögliche NSU-Unterstützer*innen aus der Neonazi-Szene in Dortmund und Kassel legen.

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11.01.2018: Kampf um Katalonien

11.01.2018 | 20:00 | Nordpol

Demokratische Revolution oder bornierter Regionalismus?

Den vielzitierten Kampf um die Bilder hat die katalanische Unabhängigkeitsbewegung klar für sich entscheiden können. Spanische Polizeieinheiten prügeln auf alte Menschen ein, die nichts tun wollen, als Wahlzettel in eine Urne schmeißen. Aber reicht die Rolle als Underdog um sich mit den Katalanen zu solidarisieren? Was bezwecken diese eigentlich mit der Abspaltung? Ist das noch irgendwie links oder nur dumpfer Nationalismus?

Auf der anderen Seite steht der spanische Zentralstaat, dem ein spanischer Journalist kürzlich einen „unerträglichen Gestank nach schlecht verheiltem Franquismus“ beglaubigte. Den auf den Demonstrationen gegen den „independentismo“ laufen Regierungsmitglieder neben bekannten spanischen Neonazis. Dabei wollen die doch nur die Verfassung beschützen. Und nach der darf sich Katalonien eben nicht abspalten. Beim Wort Verfassung salutieren dann auch die meisten deutschen Kommentatoren still und heimlich und argumentieren, das Referendum sei eben laut Konstitution illegal gewesen. Aber anscheinend hat die katalanische Linke auch ein Problem mit eben jener Verfassung.

Das Tauziehen um Katalonien wird oft nur noch als ein Machtspiel zweier älterer Herren in Anzug dargestellt. Auf der Veranstaltung wollen wir einen kritischeren Blick wagen und die Hintergründe des Konflikts beleuchtet und dabei Chancen, aber auch Gefahren der Bewegung für Katalonien diskutieren.

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14.12.2017: Antifas lesen Lieblingsbücher

14.12.2017 | 20:00 | Nordpol

Für das Dezember-Antifa-Café haben wir uns etwas Besonderes für Euch ausgedacht: Ein Bücher-Mitmach-Café. Wir möchten über Lieblingsbücher sprechen und uns gegenseitig kurze Ausschnitte vorlesen. Idealerweise sind hinterher ein paar Menschen neugierig, diese Bücher selbst zu lesen. Bitte bringt ein Lieblingsbuch mit, lest ein Stück daraus vor und erzählt, was Euch an diesem Buch gefällt! Bücher mit linken/antifaschistischen Inhalten sind gerne gesehen, aber kein Muss. Damit möglichst viele ihr Lieblingsbuch vorstellen können, wäre es gut, wenn Ihr Euren Textausschnitt so wählt, dass Ihr nicht länger als fünf Minuten vorlest. Im Anschluss an das Café veröffentlichen wir auf unserem Blog eine Liste der vorgestellten Bücher.

Es gibt so viel tolle Literatur – und ein nasser/kalter/verschneiter Dezemberabend ist der richtige Zeitpunkt, um sich mit Büchern im Nordpol zu verkriechen und es sich gemütlich zu machen. Für heißen Tee, Kinderpunsch/Glühwein und Plätzchen ist gesorgt.

Am Rande des Antifa-Cafés können natürlich auch Bücher verliehen, verschenkt, getauscht werden… :-)

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09.11.2017: Die doppelte Vernichtung – die Relativierung und Leugnung des Holocaust

09.11.2017 | 20:00 | Nordpol

Der Zivilisationsbruch der nationalsozialistischen Massenmorde vor allem an jüdischen Menschen, aber auch an Sinti und Roma, an Homosexuellen, an Menschen mit Behinderungen und an politischen Gegnerinnen und Gegnern ist, was den Nationalsozialismus nach 1945 am deutlichsten diskreditierte. Auschwitz und das Wissen um den Holocaust wurden für die Akteure der extremen Rechten zu einem zentralen Hindernis für das Anknüpfen an den Nationalsozialismus.

Um dieses zu überwinden wurde und wird versucht, die Wahrheit zu unterdrücken, und der Holocaust geleugnet. 1979 sprengten Neonazis einen Sendemasten, um die Ausstrahlung des Films „Holocaust“ zu verhindern. Bis heute stellen in Deutschland – aber auch international – Neonazis Auschwitz als Propaganda-Lüge dar, und versuchen mit pseudowissenschaftlichen Gutachten oder Berechnungen die historische Faktizität des Holocaust zu widerlegen.

Eine der bedeutendsten Holocaustleugnerinnen ist Ursula Haverbeck aus Vlotho. Im letzten Jahr wurde die 87-Jährige mehrfach wegen der Leugnung des Holocaust verurteilt. Die Auschwitz-Prozesse gegen Oskar Gröning in Lüneburg und Reinhold Hanning in Detmold versuchte sie als Plattform für ihre Propaganda zu missbrauchen.

Der Vortrag wird über die Bedeutung der Leugnung des Holocaust, seine Strategien und seine personellen Netzwerke informieren.

Für heißen Tee, Kinderpunsch/Glühwein und Plätzchen ist gesorgt.

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12.10.2017: Andrea Röpke über die “Mädelssache” – Frauen in der Neonazi-Szene

12.10.2017 | 20:00 Uhr | Nordpol

Seit Jahren treten Frauen in der männerdominierten Neonazi-Bewegung zunehmend selbstbewusst auf. Sie kandidieren für die NPD, organisieren Demonstrationen und kümmern sich um die Erziehung des rechten Nachwuchses. Gleichzeitig versuchen sie, rechte Politik unter dem Deckmantel von sozialen Themen wie Naturheilkunde, Ökologie, Kindergeld und Hartz IV auf kommunaler Ebene durchzusetzen.

Andrea Röpke ist Journalistin und publiziert seit über 20 Jahren zur extremen Rechten. Sie gibt einen Inneneinblick in die „Mädelssache“ in der Neonazi-Bewegung und spricht über das Engagement völkischer Sippen in Vereinen und Elternbeiräten, über die fehlenden Reaktionen von Politik und Verfassungsschutz und geht auf die regionalen Besonderheiten in NRW ein.

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14.09.2017 Die „Identitäre Bewegung“ – Inszenierter Aktivismus der „Neuen Rechten“

14.09.2017 | 20:00 | Nordpol

Seitdem die „Identitären“ Ende 2012 erstmals in Deutschland aufgetaucht sind, hat sich ihr Auftreten professionalisiert. Nach und nach wurden Strukturen aufgebaut. Seit drei Jahren ist die „Identitäre Bewegung Deutschland e.V.“ im Vereinsregister in Paderborn eingetragen. Die Gruppierung wird seit dem Sommer 2016 aufgrund ihrer medienwirksam inszenierten Aktionen verstärkt auch in der breiten Öffentlichkeit wahrgenommen. Die „Identitäre Bewegung“ begreift sich als „aktivistische Avantgarde“ der sogenannten Neuen Rechten, zeichnet von sich das Bild einer zeitgemäßen rechten Jugendbewegung und will nicht mit Neonazis verwechselt werden. Personell und ideologisch bestehen dennoch starke Überschneidungen mit altbekannten Gruppierungen und Akteuren der extremen Rechten. Die Veranstaltung setzt sich zum einen mit der Ideologie und den Strukturen, zum anderen mit der (medialen) Selbstinszenierung der „Identitären Bewegung“ auseinander. Als zentraler Diskussionspunkt bietet sich der Umgang mit dieser extrem rechten Erscheinungsform an.

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LUTHER AUF DAS MAUL schauen. Revolution & Reformation in Mitteleuropa

13.07.2017 | 20:00 | Nordpol

Wo stand Luther, als vor 500 Jahren in weiten Teilen Europas die Feudalordnung revolutionär erschüttert wurde? Wen feuerte er an, als fast im gesamten deutschsprachigen Raum ein „Bauernkrieg“ gegen Kaiser, Fürsten, Kirche und Fugger tobte? Hatte Luther nicht zunächst aber den einfachen Leuten den Haupttext ihrer ideologischen Beherrschung erstmals verständlich in die Hand gegeben? Wie kommt es, daß von den damaligen Geschehnissen vor allem Luthers Thesenanschlag zu Wittenberg im Gedächtnis blieb, von den damaligen Klassenspaltungen und erbitterten Kämpfen fast nur die Erinnerung an religiöse Schismen und ihre heutigen konfessionellen Entsprechungen?

Der Autor, Musiker und ehemalige Theologiestudent Daniel Kulla möchte einen Überblick über die damalige Zeit und Luthers Position darin geben. Es wird um die Krise des Feudalismus gehen, um Luthers Rolle als Anstifter und dann Konterrevolutionär, um seine damit einhergehenden Feinderklärungen gegen Bauern, Juden, Türken und das Bier, um die Nachwirkung auf Fürstenherrschaft, Untertanen-Protestantismus und antisemitische Tradition, schließlich um die ständige Gefahr des Aufgreifens eines zurechtgemachten Luther durch nationalistische Bewegungen.

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